Author: OliverJohn

Andere Menschen für sich zu gewinnen – was bedeutet das eigentlich?

Wir brauchen immer wieder die Unterstützung anderer, um unsere Wünsche zu erfüllen oder Ziele zu erreichen. Sei es der Verkäufer, der Kunden für sich, sein Produkt oder das Unternehmen gewinnen muss oder Kinder, welche die Unterstützung oder die Erlaubnis der Eltern für eine bestimmte Sache haben möchten. Um dies zu erreichen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Der Andere sollte dies freiwillig tun, sich wertgeschätzt fühlen und möglichst auch selbst davon profitieren. Am Ende steht dann das Gefühl, etwas nicht nur für jemand anderen getan zu haben, sondern auch für sich selbst. Erfolgreiche Führungskräfte sind zum Beispiel dann besonders erfolgreich, wenn Mitarbeiter möglichst viel Eigenmotivation zur Bewältigung der Aufgaben und zur Zielerreichung aufbauen. Im Grunde gewinnt man also die Menschen nicht für sich, sondern für eine gemeinsame Sache oder sogar deren eigene Sache. Was kann man also tun, um dies zu erreichen?

Sich selbst besser kennen lernen

Hier geht es nicht unbedingt um tiefenpsychologische oder philosophische Erkenntnisse über das eigene Sein. Vielmehr müssen wir uns bewusst sein, wie wir selbst so „ticken“ und wie wir uns wann und wie verhalten. Warum ist das wichtig um andere für sich zu gewinnen? Das Ergebnis hängt nun mal nicht nur von dem anderen ab, sondern von einem selbst. Und je mehr ich mich selbst kenne, um so besser kann ich die Wirkung meines eigenen Verhaltens auf andere reflektieren und so die Verhaltensweisen identifizieren, die dazu führen, dass sich mein Gegenüber wohl fühlt. Und die Fähigkeit zur Selbstreflexion hilft gleichzeitig, die Dinge zu vermeiden, die sich negativ auf andere Menschen auswirken. Der wertvollste Effekt ist aber der, der zum zweiten Punkt führt, nämlich

Authentisch auftreten

Je besser wir uns selbst einschätzen können, umso eher nähern wir uns auch der eigenen Authentizität. Unserem natürlichen, glaubwürdigen Verhalten. Uns selbst und anderen gegenüber. Wenn Sie also von jemandem etwas wollen, geben Sie zuerst etwas von sich her. Was ist damit gemeint? Geben Sie anderen die Chance, sie selbst so kennen zu lernen, wie sie grundsätzlich sind. Das heisst nicht, dass sie alle Fehler und Facetten preisgeben müssen. Haben Sie keine Angst berechenbar zu sein. Wenn jemand das Gefühl hat, dass er es mit einem „echten“ Menschen zu tun hat, dann erhöht das die Chance, diesen Menschen für sich zu gewinnen. Mangelnde Authentizität oder Unsicherheit fördern das Gegenteil. Menschen halten sich eher zurück, öffnen sich weniger und gehen in den Sicherheitsmodus.

Sich in den anderen hineinversetzen und die Perspektive wechseln

Verständnis empfinden und auch zeigen zu können gehört zu den großen Stärken derjenigen, die andere Menschen für sich gewinnen können. Denn aus der eigenen Perspektive ist Verständnis für das Denken und Handeln anderer oftmals nur sehr schwer oder gar nicht möglich. Aus der Sichtweise des Gegenübers sieht die Welt zwar manchmal etwas „fremd“ aus, das ist aber normal. Es ermöglicht uns aber den Zugang zu der „Welt“ unserer Mitmenschen. Und dann wird schnell klar, warum der Kunde so redet, warum das Kind gerade weint oder der Vorgesetzte so einen Druck aufbaut. Perspektiv-Wechsel bringen immer neue Facetten ans Tageslicht, helfen uns beim Lernen und der eigenen Weiterentwicklung und ermöglichen es uns Verständnis aufzubringen. Menschen, die sich verstanden fühlen, reagieren meist offener und kompromissbereiter. Jemand der sich verstanden fühlt, macht gern „gemeinsame Sache“.

Zuhören können

Einer der Schlüssel zur Empathie ist das Zuhören. Wer gut zuhört weiß, was er sagen soll. Die meisten Menschen versuchen andere für sich zu gewinnen, in dem sie möglichst viel reden. Und dies endet dann meist nicht im Überzeugen, sondern im Überreden. Und das merkt unser Gegenüber meist sofort und startet seine natürlichen Abwehrmechanismen in Form von Skepsis, Einwänden oder sogar Misstrauen. Wer gut zuhört, kann den anderen nicht nur inhaltlich besser verstehen; er erfährt Wertvolles über dessen Meinung, Ansichten, Bedenken und Emotionen. Und kann dann entsprechend auch gezielter antworten, fragen oder eben argumentieren. Wer redet, erfährt nichts Neues, denn alles was ich sage, dass weiss ich ja bereits. Andere für sich zu gewinnen setzt die Bereitschaft und die Fähigkeit voraus, zuhören zu wollen und dies auch professionell zu können. Und damit den anderen in den Mittelpunkt zu stellen. Und wer es perfekt machen möchte, der gibt seinem Gegenüber ein Feedback über das, was er beim Zuhören verstanden hat. So geht man auf Nummer sicher, den anderen auch wirklich so verstanden zu haben, wie dieser es meinte. Und gleichzeitig spürt der Gesprächspartner, das man wirklich zugehört hat.

Die Motive, Ziele und Werte des anderen ansprechen

Um andere für sich, seine Ansichten, Pläne und Ziele gewinnen zu können, braucht es ebenfalls Wissen über deren Ansichten, Pläne und Ziele. Durch Perspektiv-Wechsel und gutes Zuhören gelingt dies meist schon sehr gut. Am ehesten lassen sich Menschen gewinnen, wenn sie das Gefühl haben, dass es um sie selbst geht, sie einen persönlichen Nutzen haben und nicht gegen ihre eigenen Werte verstoßen müssen. Argumente sollten deshalb – so weit wie möglich – an den Interessen meines Gegenübers ausgerichtet sein. Dann entfalten sie die größte Wirkung. Wenn ich weiß, dass es meinem Vorgesetzten immer sehr wichtig ist, einen möglichst genauen Plan zu haben, bevor er sich entscheidet, dann gehe ich nicht mit einer vagen Idee zu ihm, um seine Zustimmung für ein neues Projekt zu holen. Vielmehr bereite ich mich gut vor, habe Antworten auf die wichtigsten Fragen im Gepäck und argumentiere mit dem Nutzen, der für ihn wichtig ist. Andersherum wird es schwierig oder haben Sie es schon einmal geschafft mit „Erwachsenenlogik“ ein Kind dazu zu bewegen, das Zimmer aufzuräumen?

Andere entscheiden lassen

Menschen lassen sich für eine Sache gewinnen, wenn sie das Gefühl haben im „Fahrersitz zu sitzen“ und selbst zu steuern. Dann ist es das „eigene Ding“, was man macht und man hat weniger das Gefühl, es für jemanden anderen zu tun und fremdbestimmt zu sein. Wer andere entscheiden lässt, zeigt nicht nur, dass er Vertrauen zu diesen Personen besitzt, sondern bindet sie aktiv mit ein. So entsteht ein stärkeres „Wir-Gefühl“ und die Beziehungsebene wird gestärkt. Mit jeder Entscheidung steigt dann auch die Verantwortung und die Identifikation mit der Sache.

Auf „Kleinigkeiten“ achten

Manchmal entscheiden auch Kleinigkeiten darüber, wie es gelingt einen anderen Menschen oder eine Gruppe von Menschen für sich zu gewinnen. Das gehören unter anderem das äußere Erscheinungsbild, das eigene „Benehmen“, Faktoren wie zu schnelles, undeutliches Reden, oder Unpünktlichkeit. In der Wahrnehmung der anderen werden diese Kleinigkeiten dann zu „Großigkeiten“. Und führen zu Skepsis, Unglaubwürdigkeit oder einfach nur zu einem nicht ganz optimalen Gefühl. Wer auf sich, seine Erscheinung und sein Benehmen achtet, der muss nicht immer zu hundert Prozent den Nerv des anderen treffen, sorgt aber dafür, dass die Grundvoraussetzung für einen guten Beziehungsaufbau und eine zielführende Kommunikation gegeben sind.

Ergebnis:

Andere für sich, seine Ansichten oder Ziele zu gewinnen ist eine Herausforderung, die sich immer wieder auf´s Neue stellt. Denn der Erfolg hängt nicht nur von einem selbst, den Argumenten und dem eigenen Selbstbewusstsein ab. Vielmehr geht es um denjenigen oder diejenigen, den man gewinnen will. Und je mehr es gelingt, das Gegenüber zu verstehen und die perfekten Ansatzpunkte zu finden, umso schneller kann dieser Prozess voranschreiten. In Zukunft wird diese Fähigkeit noch wichtiger, denn viele Ziele können alleine nicht mehr erreicht werden. Auch ein Formel1-Fahrer schafft es nicht, alleine Weltmeister zu werden. Er braucht die Unterstützung, das Know-how und die Begeisterung anderer, um ganz nach Oben zu gelangen. Wer sich verstellt, vorgibt ein anderer zu sein oder die Interessen der Anderen nur strategisch ausnutzt, um selbst zum Gewinner zu werden, wird es vielleicht kurzzeitig schaffen. Mehr aber auch nicht. Wer diese Unterstützung nicht nur in Anspruch nimmt, sondern gleichzeitig auch andere unterstützt wird langfristig profitieren.

Wie werde ich ein gefragter Meinungsbildner?

Gefragte Meinungsbildner sind in einer traumhaften Position: Sobald man ein, oder gar der, profilierte Experte in seinem Fachgebiet ist, ist man im Gespräch. Stellen Sie sich vor: Journalisten und Kunden wenden sich an Sie und selbst für Wettbewerber werden Sie zu einer wichtigen Instanz.

Die Digitalisierung bringt neue Möglichkeiten, um den begehrten Status zu erlangen, erfordert aber auch neue Strategien. 


1. Experte werden: Richten Sie den Blick immer nach vorne!

Eine gelungene Positionierung gelingt, wenn Unternehmenskommunikation und Marketingkommunikation zusammenarbeiten: Wissen lässt sich nicht einfach behaupten. Erfolgreich sind Sie, wenn Sie für Ihr Thema brennen. Was überzeugt da mehr, als eine konsequente Umsetzung Ihrer Überzeugungen. Dann hat auch Ihre Kommunikation nach außen Hand und Fuß.

Ihre Kommunikationsabteilung gewinnt an Funktion. Sie liefert strategische Substanz auf dem Weg zum Experten. Legen Sie Wert auf innovatives, gut recherchiertes Material. Durch Wiederholung von bereits Bekanntem werden Sie nicht zum Meinungsbildner!

Harte Fakten sind der erste Schlüssel zum Erfolg. Nur Experten werden zu Meinungsbildnern. Aber nach dem zehnten Fachmann zum Thema von vorgestern fragt niemand. Denken Sie voraus! Bleiben Sie immer am Puls der Zeit in Ihrer Branche und erkennen Sie die Bedürfnisse von morgen. Gibt es gerade brandheiße Entwicklungen in Ihrem Fachgebiet? Dann besteht auch Informationsbedarf. Werden Sie zum ersten Experten für das Thema der Stunde!

Ein gelungenes Beispiel für die Etablierung als Meinungsbildner ist LinkedIn: Der amerikanische Konzern erkannte, dass viele Unternehmen dringend Informationen darüber brauchen, wie sie über soziale Medien Einfluss auf ihre Marke und ihren Ruf als Arbeitgeber nehmen können.
Diese Marktlücke bediente LinkedIn mit dem Employer Brand Playbook und konnte sich als erster Experte für die Rekrutierung talentierter Arbeitskräfte positionieren.

2. Fachwissen kommunizieren: Bieten Sie Orientierung!

Ihr Wissen ist hieb- und stichfest, Sie sind Experte? Jetzt heißt es: kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren. Aber nie das Ziel aus den Augen verlieren. Sie wollen vor allem Ihr Expertenwissen teilen und Orientierung bieten!

3. Gefragter Ansprechpartner werden: Treten Sie in den Dialog!

Social Media eignet sich hervorragend, um Ihre Beiträge zu verbreiten. Hier haben Sie auf Ihrem Weg zum Meinungsbildner noch eine weitere wichtige Aufgabe: Signalisieren Sie stets Dialogbereitschaft. Auch Gastbeiträge, durch die sich Ihre angesprochene Zielgruppe vergrößert, und die Kommunikation mit Journalisten machen Sie zum gefragten Ansprechpartner. Kommunikation ist das A und O: Werden Sie zu einer wertvollen Informationsdrehscheibe!

Als Meinungsbildner anerkannt zu werden, ist nicht einfach. Haben Sie den gefragten Status erst einmal erlangt, werden Sie und Ihre Kunden von Ihrem Fachwissen und Ihrer neuen Rolle enorm profitieren.

Sinn oder Unsinn von Influencer-Marketing

Social Media Influencer sind mittlerweile aus der digitalen Werbewelt nicht wegzudenken und das Geschäftsmodell sehr erfolgreich. Insbesondere im B2C Bereich gibt es gute Best Practice Beispiele. So erzielte die Zusammenarbeit der Techniker Krankenkasse mit Instagrammern zum Thema „Yoga“ zahlreiche positive Reaktionen aus der Community.

Kein Wunder also, dass Spiegel online, eine der reichweitenstärksten deutschsprachigen Nachrichten-Websites, für das Interview des Manager Magazins mit einer 22 Jährigen Instagrammerin eine Wortneuschöpfung entwickelt und das SZ Magazin die You Tuberin Bianca „Bibi“ Heinicke in der „Sagen Sie nichts“ Rubrik abbildet.

Multiplikatoren zu aktivieren, um relevante Zielgruppen mit passgenauen Themen zu erreichen, ist ein bekanntes Erfolgsmodell. Waren die Meinungsbildner noch bis vor ganz kurzer Zeit hauptsächlich die klassischen Medien, verschiebt sich diese Rolle immer mehr in den Social Media-Raum und damit eben vor allem auf Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. Influencer dienen also als Testimonials, die Botschaften dort verbreiten, wo Kommunikation verstärkt abläuft – im Social Web.

Warum also läuft im B2B-Umfeld diese Entwicklung nur so schleppend an? 

Die B2B-Influencer

Die Definition von Influencern ist breit gefasst. In der Studie der Hochschule Macromedia zusammen mit Webguerillas sind es Personen, die über ein verhältnismäßig großes Netzwerk eine größere Gruppe Menschen über Social Media erreichen. Sie produzieren eigene Inhalte und gelten als Experten in ihrem Themengebiet. Außerdem haben sie für viele Nutzer Vorbildcharakter und genießen deren Vertrauen. Vor allem aber beeinflussen sie via Social Media Meinungen und Kaufentscheidungen.

Es fällt auf, dass relativ viele Menschen als Influencer infrage kommen. Laut der Studie zählt sogar jeder zehnte Deutsche zu dieser Gruppe. Viel entscheidender als die Frage, ob jemand ein Influencer ist, ist also, ob er der richtige Influencer ist. Denn reine Kennzahlen wie die Follower oder das Netzwerk geben keinerlei Aufschluss darüber, wie geeignet jemand als Meinungsmacher ist. Fachwissen ist der wohl wichtigste Faktor. Oft sind Influencer klassische Journalisten, die sich privat auf einem eigenen Blog ihren Fachthemen widmen und ihre Inhalte per Social Media teilen. Besonders im B2B-Bereich kann man dies beobachten. Hier ist also zu beachten, in welcher Rolle ein Influencer gesehen werden will. Nicht selten wollen beispielsweise Blogger explizit keine Unternehmensnews oder -anfragen erhalten, da sie genau auf diese in ihrem Job als Journalist eingehen.

Marketing ist Werbung

Die Flut der Informationen auf Social Media macht es immer schwerer, mit eigenen Inhalten die richtigen Personen zu erreichen. Organischer Inhalt geht immer mehr in dieser Flut unter und selbst anorganischer Inhalt kann sich schlecht und nur mit viel Budget durchsetzen. Und genau hier setzt Influencer-Marketing an. Indem man einen Marken- oder Produktbotschafter als Testimonial für ein Unternehmen sprechen lässt, verschafft man seinem Unternehmen Gehör. Unternehmen sollten sich aber ebenso im Klaren sein, dass das eine Form der Werbung ist, wenn auch eine glaubwürdige. Denn ein Influencer wird in der Regel für seine Aktivitäten bezahlt und allein die Recherche der geeigneten Person und die Kontaktaufnahme fressen Budget.

Man sollte sich also gut überlegen wie viel Zeit und Budget zur Verfügung stehen. Vor allem auch deshalb, da Influencer-Marketing Pressearbeit nicht ersetzt, sondern allenfalls ergänzt.


Was Unternehmen beachten sollten, wenn sie sich für Influencer-Marketing entscheiden

Influencer ist nicht gleich Influencer.

Die Recherche des geeigneten Meinungsmachers ist das A und O von erfolgreichem Influencer-Marketing. Auf lange Sicht lohnt es sich, hier Zeit und Energie zu investieren und strategisch vorzugehen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Influencer-Marketing ist kein brandneues Phänomen, aber es war lange unklar wie es rechtlich einzuordnen ist. Aktuell wird der Ruf nach Transparenz lauter. Mussten sich bisher schon neben Sendern und Printmedien auch YouTuber an das werberechtliche Trennungs- und Kennzeichnungsgebot halten, so wurde nun im Juni auch der erste deutsche YouTuber wegen Missachtung dieses Gebots zu einer Geldstrafe verurteilt. Und auch bei anderen Social Media Plattformen wird die Trennung zwischen werblichen und freien Inhalten deutlicher. Die bisherige Kennzeichnung durch Hashtags wie #ad oder #sponsored reichen voraussichtlich bald nicht mehr. Die Landesmedienanstalten raten stattdessen zu einer eindeutigen Kennzeichnung als #werbung oder #anzeige.

Die eigene Glaubwürdigkeit in den Vordergrund stellen

Gerade vor dem Hintergrund aktueller rechtlicher Entwicklungen sollten Unternehmen darauf achten, ihre Glaubwürdigkeit in den Vordergrund zu stellen. Was generell für Testimonials gilt, gilt selbstverständlich auch für Influencer: Ein passendes Testimonial kann die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens positiv beeinflussen, aber ein schlecht gewähltes Testimonial kann der Marke großen Schaden zufügen.

Fazit:

Influencer-Marketing oder -kommunikation ist eine gute Methode, um durch die Informationsüberflutung zu dringen, die besonders auf Social Media herrscht. Längst sind Influencer Teil der schönen neuen digitalen Welt, aber Achtung: Wie bei jeder Form der Kommunikation kommt es darauf an, dass Inhalt und Form zusammenpassen, erst dann überzeugt auch das Ganze. Beziehungsaufbau zu Meinungsbildnern jedoch ist zweifelsfrei ein wichtiger Teil der Kommunikationsarbeit und Pflicht und Kür zugleich – zu Influencern ebenso wie zu Journalisten. Von belastbaren Beziehungen profitieren B2B Unternehmen nicht weniger als B2C Firmen.

Alternative Werbeformen gewinnen an Bedeutung

Werbetreibende setzen vermehrt auf Alternative Werbeformen. Vor allem Social-Media-Strategien können sich neben den klassischen und online Werbekonzepten am stärksten etablieren. Zu diesem Ergebnis kommt die GfK-Studie „Alternative Werbeformen“, die 2009 im Auftrag der Webguerillas, einer Full-Service-Agentur für Alternative Werbeformen, durchgeführt wurde.

Die Studie zeigt deutlich: Neue Kommunikationskanäle werden immer häufiger eingesetzt, um die Zielgruppe zu erreichen. Der Grund: Unternehmen erkennen vermehrt das Empfehlungspotential des Konsumenten und treten mit ihm immer häufiger in den Dialog.

Der Verbraucher – vom passiven Konsumenten zum tragenden Erfolgsfaktor

Mehr als jeder zweite Befragte nutzt User Generated Content für seine Kundenansprache. Blogs, Foren, Votings und Kommentarfunktionen kommen bei mehr als einem Drittel der Unternehmen zum Einsatz, um mit den Kunden zu kommunizieren. Mediasharing-Plattformen wie Flickr und YouTube werden von 30 Prozent der Befragten verwendet. 2007 lag dieser Wert noch bei 17,5 Prozent und hat sich somit fast verdoppelt.

Das Empfehlungspotential des Verbrauchers wurde Marketingverantwortlichen in den letzten Jahren immer bewusster. Heute ist es für alle Unternehmen selbstverständlich, dass der Konsument aktiv in das Marketing eingebunden wird – weg von der One-Way-Kommunikation, hin zum aktiven, direkten Dialog. Alternative Werbeformen eignen sich dafür besonders gut. Allen voran Social-Media-Aktivitäten.

Nutzung von Social-Media-Maßnahmen vervierfacht sich

Mit dem Siegeszug von sozialen Netzwerken und Microblogging-Diensten wird auch das Interesse der Unternehmen für Social-Media-Aktivitäten immer größer. Zwar kommen bei ihrer Kommunikation in erster Linie immer noch klassische Werbeformen wie klassische PR (92,3 Prozent), Online-PR (81,6 Prozent), Print-Werbung (81,1 Prozent) und Online-Werbung (79,4 Prozent) zum Einsatz, doch Social-Media-Maßnahmen setzen sich massiv durch: Im Vergleich zu 2007 (16 Prozent) konnte sich die Nutzung fast vervierfachen – auf 56,7 Prozent. „Hier zeigt sich das enorme Potential. Vor zwei Jahren scheuten viele Werbetreibende die Nutzung, da sie die Vielfalt der Möglichkeiten und ihren Einsatz als Marketinginstrumente noch nicht kannten. Heute sieht das schon ganz anders aus – nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Berichte in den Medien“, so David Eicher, Geschäftsführer der Webguerillas.

Word-of-Mouth-Marketing ist gefragt wie nie

Neben Social-Media-Aktivitäten zählt Word-of-Mouth-Marketing zu den meistgenutzten Alternativen Werbeformen: Der Einsatz konnte sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppeln und liegt heute bei 36,9 Prozent (2005: 14,5 Prozent; 2007: 27,6 Prozent). Virale Konzepte sind für Unternehmen vor allem durch das enorme Verbreitungspotential sehr reizvoll. Die Nutzung verzeichnet bereits seit 2003 ein starkes Wachstum: Damals nutzten 15 Prozent der Marketingverantwortlichen diese Werbeform, vier Jahre später (2007) bereits 30 Prozent und heute liegt der Wert bei 39,1 Prozent. Ein weiterer Gewinner ist Keyword Advertising: 2005 lag die Nutzung bei nur 14,5 Prozent und erreichte zwei Jahre später bereits 36 Prozent. Heute setzen 54,1 Prozent der Befragten auf diesen Kommunikationsbaustein. Guerilla-Marketing erholt sich nach einem Einbruch (2007: 25,5 Prozent; 2005: 33,1 Prozent) und liegt heute bei 30,9 Prozent.

Einige klassische Disziplinen sind weiterhin rückläufig: Direktmarketing wird derzeit von 54,5 Prozent genutzt, 2007 waren es noch 66,3 Prozent. Knapp 30 Prozent setzten vor zwei Jahren noch auf Telefonmarketing, heute sind es 24 Prozent. Im Gegensatz dazu konnte Rundfunkwerbung zulegen: Schalteten 2007 knapp 27 Prozent Radiowerbung, so sind es heute knapp 36 Prozent. Fernsehwerbung wird von 40 Prozent genutzt (2007: 30 Prozent).

Mit Viralem Marketing zu einer größeren Reichweite

Denn genau dort, wo klassische Werbung versagt, können Alternative Werbeformen punkten: Virales Marketing kann faszinieren und dadurch zu einem Selbstläufer werden. Deshalb sehen 38,2 Prozent darin eine gute Möglichkeit, zusätzliche Reichweite zu gewinnen. Word-of-Mouth-Marketing wird wie 2007 eine große Wirkung hinsichtlich einer Erhöhung der Kontaktqualität zugesprochen (33,5 Prozent). Als besonders spektakuläre Werbeform wählen 34,3 Prozent der Befragten Guerilla-Marketing. Aufgrund dieser Eigenschaften setzen Marketingverantwortliche Alternative Werbeformen immer häufiger als sinnvolle Ergänzung innerhalb des klassischen Marketingmix ein.

Das Problem der Werbung: „Masse statt Klasse“

Wie auch schon in den Jahren zuvor liegt das Hauptproblem der heutigen Werbung auf der Seite der Werbetreibenden. So wird das bereitgestellte Werbeangebot von den Befragten weiterhin als zu umfangreich (40,3 Prozent, 2007: 46 Prozent) und zu ineffizient (34,3 Prozent, 2007: 29,8 Prozent) angesehen – getreu dem Motto „Masse statt Klasse“. Ein weiteres Problem: Werbung ist genau wie 2007 zu langweilig und kann nur noch selten begeistern und faszinieren (38,2 Prozent, 2007: 39 Prozent). Gerade auch unter diesem Aspekt ist zu erklären, warum immer mehr Werbetreibende offen für neue Werbeformen wie beispielsweise Guerilla-Aktionen, Word-of-Mouth-Strategien oder auch Virale Konzepte sind.

Steigende Investitionsbereitschaft in Alternative Werbeformen

Trotz der aktuell schwierigen Wirtschaftslage werden die Investments in Alternative Werbeformen nicht sinken – davon gehen fast alle von GfK und Webguerillas Befragten (97,4 Prozent) aus. „Neue Werbeformen können im Vergleich zu klassischen Werbeformen den Konsumenten besser emotional an eine Marke binden und eine Beziehung zu ihm aufbauen“, begründet Agenturchef Eicher dieses Ergebnis. Insgesamt liegt die Investitionsbereitschaft in Alternative Werbeformen jedoch immer noch unterhalb von 10 Prozent des Gesamt-Marketingbudgets.

Marketingverantwortliche setzen bei der Durchführung von Alternativen Werbeformen hauptsächlich auf Spezialagenturen. Vor allem bei Viralen Konzepten und Word-of-Mouth-Kampagnen haben sich die Aufträge fast verdreifacht: 44,2 Prozent der Befragten vertrauen die Entwicklung Viraler Konzepte Spezialagenturen an, 2007 waren es noch 17,5 Prozent. Bei Word-of-Mouth-Kampagnen kletterte der Wert in den letzten zwei Jahren von 6 Prozent  auf 17,6 Prozent. Von allen Befragten zogen 19,3 Prozent Spezialagenturen zu Rate, um Guerilla-Aktionen durchzuführen – nur noch 3,4 Prozent hingegen wenden sich mit der Beauftragung von alternativer Kampagnen an Full-Service-Agenturen.

„Gerade bei Word-of-Mouth-Marketing und Viralen Strategien ist die Expertise von Spezialisten gefragt“, erklärt Eicher. „Das wird auch den Entscheidern der Marketingbranche klar. Deshalb ist ein klarer Trend weg vom In-House-Geschäft, hin zur Spezialagentur zu erkennen.“ Full-Service-Agenturen werden vor allem mit Printwerbung (39,1 Prozent), TV-Werbung (22,3 Prozent) und Funkwerbung (17,2 Prozent) beauftragt.

Alternative Werbung versus Altbewährtes

Viele Unternehmen erkennen bereits die Vorteile Alternativer Werbeformen und integrieren sie zu 68,7 Prozent in ihr Marketing. 2007 waren es noch 61 Prozent. Damit ist die Nutzung zwar gestiegen, trotzdem ist die Zahl der Nicht-Nutzer mit knapp einem Drittel noch relativ hoch. „Wie unserer Studie zeigt, liegt das bei den meisten an der fehlenden Erfahrung mit alternativen Werbekonzepten. Außerdem bemängelt etwa jeder Fünfte die unzureichende Messbarkeit des Erfolgs und fürchtet ein Imageproblem durch die erschwerte Kontrolle der Kommunikation. Deshalb setzen Unternehmen hauptsächlich auf Altbewährtes“, sagt David Eicher. Und weiter: „Aber in bestimmten Wettbewerbsumfeldern sind neue Werbeformen nahezu unverzichtbar. Unsere Aufgabe ist es, Marketingverantwortlichen die Stärken und Chancen Alternativer Werbung aufzuzeigen und sie von den Vorteilen zu überzeugen.“

Die Grundlage dafür ist gegeben, denn Unternehmen stehen Alternativer Werbung offen gegenüber: Bei der Frage, welche Werbeformen sie in Zukunft einsetzen wollen, nannten 22,8 Prozent Word-of-Mouth-Strategien, 20,2 Prozent Social-Media-Maßnahmen und 14,2 Prozent Videoclips. Fake Stories (3 Prozent) und Kettenbriefe/-mails (0,9 Prozent) bleiben dagegen weiterhin so gut wie ungenutzt.

Trotz all der positiven Entwicklungen – Eine Herausforderung bleibt: „Der Verbraucher ist anspruchsvoller geworden. Aufgabe der Agenturen gestern wie heute ist es, ihn mit kreativen Ideen zu einer Weiterempfehlung zu animieren“, sagt David Eicher und ergänzt: „Alternative Werbeformen müssen stetig weiterentwickelt werden – Innovative Ideen sind gefragt und genau dort setzen wir an.“

Fakten zur Studie „Alternative Werbeformen 2009“: Die Gesellschaft für Konsumforschung GfK, Nürnberg, befragte branchenübergreifend 233 Marketingverantwortliche zur Bekanntheit und Nutzungsbereitschaft Alternativer Werbeformen. Die Umfrageteilnehmer füllten dazu einen Online-Fragebogen aus, dessen Schwerpunkt Guerilla-Marketing und virale Konzepte darstellte. Um den jüngsten Entwicklungen im Werbemarkt Rechnung zu tragen, wurde in der Studie erstmalig die Nutzung von Online-PR, Blogkonzepten, Seeding und Social-Media-Maßnahmen abgefragt. Bereits im Jahr 2003, 2005 und 2007 fertigen die Webguerillas mit der GfK Umfragen zum gleichen Thema an. Die Ergebnisse aller Befragungen wurden der Studie 2009 gegenüber gestellt.

Die 52 Mio. Likes Sensation

Dieses Ei ist in der Welt so weit herumgekommen wie kein anderes. Es wurde am 4. Januar auf dem Instagram-Account „world_record_egg“ gepostet und ist einen Monat später das meistgeklickte Foto auf Instagram. Jetzt wurde auch endlich bekannt, wer es auf die Reise geschickt hat.

Die Eier-Idee soll Chris Godfrey mit seinen Kollegen Alissa Khan-Whelan (26) und C. J. Brown (29) ausgebrütet haben. 

Das Kreativ-Trio arbeitet für die Londoner Werbeagentur „The & Partnership“, berichtet die „New York Times“.

Das Trio entschloss sich, seine Identität zu enthüllen, als das Instagram-Ei während der Super-Bowl-Übertragung in einem Werbefilm für eine amerikanische Gesundheitsorganisation auftauchte.

Godfreys Botschaft unter dem Eier-Bild war so simpel wie eindeutig:

 „Lasst uns mit dem meistgelikten Post auf Instagram gemeinsam einen Weltrekord aufstellen. 

Der aktuelle Weltrekord wird von Kylie Jenner gehalten (18 Millionen).“ Die Idee wurde in kürzester Zeit weltbekannt und die Instagram-Nutzer machten begeistert mit.

52 Millionen Menschen aus aller Welt schenkten dem Ei ein Like, zehn Millionen folgen dem Account seitdem. 

Zu den Gründen, warum seine Wahl ausgerechnet auf ein Ei fiel, sagte Godfrey der „New York Times“: 

„Ein Ei hat weder Geschlecht noch Rasse oder Religion. Ein Ei ist ein Ei, es ist universell.“